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Königinnen zusetzen

Auszug aus

Königinnenzucht

von Gilles FERT

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punaise.gif (183 octets) Eine Grundregel ist, daß Königinnen vom Volk besser angenommen werden, wenn eine gute Tracht herrscht. Wenn kein Nektar eingetragen wird, kann der Annahme durch Fütterung nachgeholfen werden. Andere Überlegungen müssen jedoch auch berücksichtigt werden, im einzelnen sind das:

Viele Imker setzen Königinnen direkt zu, ohne irgendeinen Schutz, aber nur wenn sich die Königin Eilage befindet. Das kann man auch mit unbegatteten Königinnen machen, die im Brutschrank geschlüpft sind : sie werden direkt einem Kunstschwarm zugesetzt der drei Stunden zuvor erstellt wurde. Anders verhält es sich mit Königinnen, die einige Tage in Versandkäfigen verbracht haben . Obwohl keine Methode perfekt ist, so ist die Annahme am besten, wenn die Königin zunächst auf einer Brutwabe in einem Käfig der Größe 10 cm x 8 cm x 1.5 cm eingesperrt wird. (Fig 70).

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Fig. 70 : Zusetzkäfig, gefertigt aus einem quadratischen Stück Drahtgitter.

Dazu wählt man eine Brutwabe mit auslaufender Brut. Das erlaubt der Königin sich schnell mit einem Hofstaat zu umgeben und die freigewordenen Zellen bald wieder zu bestifteln. Vor dem Öffnen des Transportkäfigs empfiehlt es sich, ihn ganz kurz und schnell in Wasser zu tauchen um die Königin anzufeuchten und damit am wegfliegen zu hindern. Je länger die Legepause der Königin war um so größer ist das Risiko des Wegfliegens (eine Königin in voller Legetätigkeit ist mehr oder weniger flugunfähig). Die Begleitbienen werden entfernt. Nun wir die Königin unter dem Drahtkäfig zugesetzt. Zwei oder drei Drähte sollten an jeder Seite aufgebogen werden.

Das erleichtert das Befestigen des Käfigs auf der Wabe. Drei Tage später wird die Königin wieder befreit. Unter dem Käfig wird sie schon zu legen begonnen haben. (Fig 71).

Zusetzkäfige aus Plastik ( z.B. von Nicot ) sind jetzt ebenfalls einzeln erhältlich. Sie sind wiederstandsfähiger als die Drahtkäfige und können öfter wiederverwendet werden (Fig 72).

Für den vorher beschriebenen Drahtkäfig gibt es noch eine weitere Methode. Man erlaubt der Königin sich selbst zu befreien. Dazu platziert man ein kleines Metallröhrchen in einer Ecke des Käfigs und füllt es mit Zuckerteig. Nach zwei bis drei Tagen hat sie den Teigverschluß verzehrt und kann ins volk gelangen.

Das Zusetzen in einer Papiertüte zeitigt ebenfalls sehr gute Ergebnisse! Man nehme 35 bis 50 Bienen in eine Tüte von etwa 20 x 15 cm und schüttle sie heftig für ca. 30 Sekunden. Das läßt das Microvolk summen wie ein weiselloses Volk. Nun wird die Königin zugegeben, die Tüte verschlossen und zwischen zwei Rähmchen geklemmt. Die Bienen werden das Papier innerhalb weniger Stunden zernagen und die Gefangenen und die Königin befreien.

Es ist auch möglich den Transportkäfig zum Zusetzen zu verwenden. In diesem Falle werden die Begleitbienen entfernt und ebenso ein eventuell vorhandener Verschluß über dem Zuckerteig. Nun bohre man ein Loch durch den Zuckerteig (1 bis 2mm) und klemme den Käfig zwischen zwei Brutwaben. Die Bienen werden der Königin behilflich sein den Zuckerteigverschluß zu entfernen. Der Käfig kann entfernt werden, wenn man einige Tage später die Annahme kontolliert. (Fig 73).

Einige kanadische Imker benutzen ihre Begatungseinheiten zum Erneuern ihrer Königinnen. Das ist gut möglich, so lange hierbei das gleiche Rähmchenmaß verwendet wird. Die alte Königin wird eine halbe Stunde vorher entfernt. Diese Art des Zusetzens ist in der Tat eine Vereinigung, denn es bedeutet den gesamten Inhalt des Mini-Volkes in das Volk zu integrieren, das eine neue Königin benötigt. Das weisellose Volk wird kurz zuvor kräftig durchgeschüttelt um Unordnung in das Volk zu bringen und die Pheromone zu verwirbeln. Anschließend wird gefüttert.

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Fig. 73 : Zusetzen mit einem Transportkäfig

Eine vorsichtige aber langweilige Zusetzmethode besteht darin, die alte Königin zu käfigen um am nächsten Tag an gleicher Stelle gegen die neue auszutauschen so daß sie den Geruch der bisherigen annimmt . Die Begleitbienen sollten entfernt werden ebenso sollte der Futterteig durchlöchert werden, sodaß sich die Königin innerhalb einiger Stunden selbst befreien kann.

Einige europäische Imker die nur wenige Königinnen pro Jahr erneuern übernahmen die folgende Methode, die darin besteht, eine Art Ableger zu erstellen: nachdem man in einem starken Volk die Königin gefunden hat, bevölkert man einen Ablegerkasten mit fünf Rahmen, drei Brutwaben mit Bienen jedem Alters und je eine Futter/Pollenwabe an den Seiten. Der Ableger wird nun für einen Tag etwas abseits des Muttervolkes gestellt, wobei er seine Altbienen verliert. Nun wird die junge Königin direkt in die sehr junge Population zugesetzt. Sie wird alsbald bereitwillig angenommen.

Eine außergewöhnliche Methode ist sicher das Zusetzen unter Zuhilfenahme von Gelee Royal. Die Königin wird beim Zusetzen mit Futtersaft bestrichen. Diese Methode soll sich auch zum Zusetzen von unbegatteten Königinnen eignen.

In Australien tauschen einige Imker die Königinnen systematisch durch einfaches Zusetzen einer Königinnenzelle am Deckel des Honigraumes aus. Während eines reichlichen Trachtangebotes und mit einer ‘einfachen’ Biene wird diese Methode bewirken, das die alte Königin einafch durch die neue ersetzt wird.

Auf der anderen Seite hatten wir regelmäßig Probleme beim Zusetzen von Königinnen in Völkern die es mit der Sauberkeit nicht so genau nahmen.

Abschließend muß erwähnt werden, daß eine mangelhafte Annahme oft durch das Zusetzen einer Königin einer anderen Rasse verursacht wird. Sollten Sie also Bienen einer anderen Rasse, z.B. ‘gelbe’ Bienen erhalten und wollen diese mit Ihrem Volk der Rasse apis mellifera mellifera vereinigen, seien sie vorsichitg. Es empfiehlt sich der Gebrauch von Kunstschwäremen um die alten Bienen auszumerzen, die ja oft der Grund für den Mißerfolg sind.

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Realisierung: Gilles RATIA
Letzte Bearbeitung: 17/03/01
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